E-Bike-Führerschein: „Unser großes Ziel: mehr Spaß auf dem Rad“

Marc Schröder

Das E-Bike sorgt bei vielen Menschen für mehr Mobilität. Doch in der Praxis hapert es oft beim richtigen Umgang mit dem E-Bike: Das hohe Systemgewicht und die höhere Beschleunigung eines E-Bikes stellen besondere Herausforderungen an die Fahrtechnik. Mit dem „E-Bike-Führerschein“ bietet der Radclub-Partner Rock my Trail ein spezielles Fahrsicherheitstraining an. Marc Schröder, Trainer bei der Fahrtechnikschule, erklärt die Hintergründe und Ziele.


Der Vorteil für Radclub-Mitglieder: Mitglieder des Radclubs erhalten bei der Buchung der E-Bike- und Mountainbike-Fahrtechnikkurse von Rock my Trail einen 50%-Rabatt. Hier mehr Infos.


Warum ist ein Fahrsicherheitstraining für E-Biker sinnvoll?

Marc Schröder: Vor allem durch ein höheres Gewicht und die Unterstützung des Motors ergeben sich, bei einem E-Bike, eine Reihe von Besonderheiten, welche es zu kontrollieren gilt. Der durchschnittliche Reaktions- & Bremsweg aus 25km/h beträgt beispielsweise mit dem E-Bike 18 Meter. Mit dem speziell auf E-Bikes abgestimmten Kurs machen wir den Bremsweg kürzer! Bevor es Schritt für Schritt an die Fahrtechnik-Einheiten geht, wird zuerst der Grundstein für den richtigen Umgang mit dem E-Bike gelegt. Am Ende des Kurses können die Teilnehmer gelassener auf alltägliche Risiken im Straßenverkehr reagieren.

An wen richtet sich der E-Bike-Führerschein?

An alle E-Biker & Pedelec-Besitzer unabhängig des Alters.

Wo hapert es besonders bei E-Bike-Novizen?

Hapern ist hier vielleicht das falsche Wort – vielmehr unterschätzen viel E-Bike-Novizen das hohe Systemgewicht und die höhere Beschleunigung eines E-Bikes. Viele Teilnehmer saßen zuvor schon seit mehreren Jahren nicht mehr auf einem Rad. Mit einem E-Bike schaffen sie jetzt bei Bergen deutlich mehr Höhenmeter, jedoch müssen sie dann auch wieder sicher den Berg herunterkommen. Genau hier werden dann das hohe Systemgewicht und der längere Bremsweg unterschätzt. Diese speziellen E-Bike-Themen sind bei uns Teil des Kurses.

Wie baut ihr eure Kurse auf, welche Techniken und Themen werden behandelt?

Im Rahmen des E-Bike Führerscheins werden unter anderem folgende Themen behandelt, welche didaktisch auf einander aufbauen – auf Fragen der Teilnehmer kann dabei jederzeit Bezug genommen werde:
• Ergonomisches Einstellen von Lenker, Sattel, Brems- und Schaltungsamaturen sowie Reifendruck
• Pflege-Tipps zu Material & Akku (Kaufberatung bei Interessierten)
• Panne, was nun? Tipps zur Pannenselbsthilfe
• Befahren von unterschiedlichen Untergründen (Teer, Schotter, Pflaster) und die Besonderheiten
• Die richtige schonende Sitzposition und Trittfrequenz
• Richtiges & kontrolliertes Bremsen, insbesondere der Vorderradbremse
• Durchführung einer Gefahrenbremsung
• Überwinden kleiner Hindernisse (Bordstein, etc.)
• Richtiges Anfahren (am Berg)
• Sicheres Kurvenfahren
• Verhalten im Straßenverkehr (Regeln, Rechte, Pflichten)

Wie sieht es beim Thema Pedelec aus, sind da die technischen Anforderungen nochmal andere?

Da wir beide Arten von Rädern, E-Bike und Pedelec, gleichbehandeln, macht es beim E-Bike Führerschein keinen Unterschied. Das erhöhte Systemgewicht und die stärke Beschleunigung sowie der längere Bremsweg haben beide Räder gemein, sodass wir den Teilnehmern die gleichen Inhalte vermitteln können.

Welches Feedback bekommt ihr von Kursteilnehmern nachher? Fühlen sie sich dann deutlich sicherer?

Diese Frage können wir zu 100% mit „Ja“ beantworten. Viele Teilnehmer wachsen innerhalb des Kurses über sich hinaus und machen erstaunliche Fortschritte. Dieses Plus an Fahrsicherheit und Kontrolle spiegelt sich 1:1 in der Fahrfreude wieder und genau das ist unser großes Ziel: Mehr Spaß auf dem Rad.